Hamburg: Kunstwerke borgen für wenig Geld

Heiko Langanke und Sabine Schnell (r.), Organisatorin Bergith Lassen (sitzend) bieten ein Netzwerk für die Moorburger Künstlerin Antje Gerdts (Mitte) und Foto-Künstler Peter Leibrocke (l.) Foto: ww

Das Hamburger Wochenblatt berichtete am 29. Apr. 2023 über die Kunstleihe Harburg …

„Ein Schwarz-Weiß-Stich von der alten Lämmertwiete eines verstorbenen Harburger Malers fürs eigene Wohnzimmer, farbenfrohe Bilder heimischer Kunstmalender oder Skulpturen für Praxis, Kanzlei und Büro. Dass Kunst nicht unnahbar und teuer sein muss, hat sich der gemeinnützige Verein „KunstLeihe Harburg“ auf die Fahnen geschrieben – hier kann jede und jeder Kunstwerke ausleihen – die Mindest-Leihgebühr beträgt für ein halbes Jahr sechs Euro.

Um Kunst für alle alltäglich zu machen, hat das Betreiber-Paar Sabine Schnell und Heiko Langanke zusammen mit zwölf aktiven Ehrenamtlichen im Heimfelder Atelier (Meyerstraße 26) gut 350 Kunstwerke zusammengetragen. Etwa 120 davon sind laut Langanke permanent ausgeliehen, die anderen hängen und stehen auf rund 70 Quadratmeter bis in die Küche des Ateliers. „Besonders froh sind wir über unsere Funktion als Netzwerk für Künstler der Region und Kunstfreunde“, sagt Langanke: „Was auffällt, unsere Kundschaft sucht Kunst nach Geschmack aus und fragen nicht nach Namen. Erst beim weiteren Besuch und Ausleihen wird dann interessant, was der Künstler noch gemacht hat.“

Entstanden ist die Idee zur „KunstLeihe“, als zu Beginn der Corona-Pandemie alle Ausstellungen ausgesetzt worden waren. Man wollte etwas für die bildende Kunst in der Region tun. In Dortmund, wo Heiko Langanke aufgewachsen ist, gab es schon immer eine von rund 140 „Artotheken“ in Deutschland. Weil es so eine kommerzielle Einrichtung, in der man Kunst erst leiht, um sie dann zu kaufen, in Hamburg auch gibt, wurde mit dem Verein „KunstLeihe“ prompt das einzige nicht kommerzielle Pendant ins Leben gerufen. Hier kommen Künstler mit Interessierten entspannt ins Gespräch, finden kleine Veranstaltungen und Kunstkurse statt. Als letzte Neuerung bietet der Verein auch Video-Kunst an. „Warum soll auf einem Wand-Monitor immer nur das berühmte Kaminfeuer glimmen, da kann doch auch ein schönes Kunstwerk erstrahlen“, meint Heiko Langanke.

Für die Registrierung fällt einmalig eine Gebühr von 12 Euro an und nötig ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises. Durch Mundpropaganda und Gutschein-Aktionen kann der Verein nicht über mangelnde Nachfrage klagen, was auch die Kunstwerkenden der Region erfreut.

Wünsche sind beim Verein trotzdem offen: Fürs nächste Jahr werden neue Räumlichkeiten gesucht, zentral gelegen, gut sichtbar und zum Wochenende nutzbar sollen die sein. Prima wäre auch, wenn der Verein Fördergelder von der Kulturbehörde bekommen würde, um Kunstwerke kaufen und dann verleihen zu können. Ansonsten aber wünschen sich die Kultur-Freunde aus dem Atelier, dass es so weitergeht: „Unsere Kundschaft ist so bunt wie die Kunst es ist“, sagt Heiko Langanke.

Infos unter www.kunstleihe-harburg.de

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