Artothek Radolfzell auf Erfolgskurs

Der Südkurier berichtet am 04. Feb. 2025 über den Erfolg des neuen Konzepts der Artothek Radolfzell.

„von Laura Marinovic

Dass das 2024 neu eingeführte Konzept mit mehr Öffnungstagen und Gebührensenkungen für eine größere Beliebtheit der Radolfzeller Artothek gesorgt hat, das zeigen nicht nur die Zahlen. Den Eindruck erweckte auch der große Andrang bei der Vernissage zur aktuellen Artothek-Ausstellung. Diese gehört zur Konzeptänderung und soll einmal jährlich die auszuleihenden Kunstwerke präsentieren.

Eingeführt worden war das, weil die 2015 eröffnete Artothek in der Vergangenheit nicht so erfolgreich war wie erhofft. Angestrebt worden war nach der Eröffnung ein Verleih von etwa 60 Werken im Jahr, tatsächlich waren es vor der Neukonstruktion nur zwischen 13 und 49. Das hat sich mittlerweile geändert: Wie Carina Heer, die für die Artothek-Ausstellung hauptverantwortlich ist, berichtet, wurden im vergangenen Jahr 92 Werke ausgeliehen. Zudem habe es fünf Neukunden gegeben.

Kleine Änderungen in diesem Jahr

Um nun an den Erfolg anzuknüpfen, zeigen noch bis Sonntag, 23. Februar, verschiedene Künstler aus Radolfzell und der Region ihre Werke in der Villa Bosch. Wie Heer erklärt, gehe es bei der Ausstellung „ein bisschen anders“ zu als bei der ersten Auflage 2024. Zum einen sei die Ausstellung deutlich verlängert worden – 2024 ging sie fünf Tage, nun sind es 23. Das könnte Sie auch interessieren Radolfzell/Stockach Klein aber oho: Auswanderer brachten diese Wohnzimmer-Deko bis nach Amerika

„Ein weiterer Unterschied ist auch, dass man die Bilder gleich mitnehmen kann“, sagt Heer. In der Vergangenheit sei es lediglich möglich gewesen, die Werke zu reservieren und später auszuleihen. Diese Änderung sei aufgrund von Kundenwünschen eingeführt worden, erklärt Christine Steiert, Leiterin des Radolfzeller Kulturbüros. „Und wir schauen uns an, wie das ankommt“, so Heer.

Zur Vernissage der Ausstellung in der Villa Bosch kann die Stadt viele Gäste begrüßen.
Zur Vernissage der Ausstellung in der Villa Bosch kann die Stadt viele Gäste begrüßen. | Bild: Marinovic, Laura

Erfolgreiche Vernissage

Zumindest bei der Vernissage der Ausstellung scheint die Änderung für Erfolg gesorgt zu haben: Nicht nur waren einige Gäste gekommen, um die ausgestellten Fotografien, Malereien und Skulpturen schon einmal in Augenschein zu nehmen und zu entscheiden, welche davon in den eigenen vier Wänden landen könnten. Laut Carina Heer seien außerdem schon an diesem Abend 28 Kunstwerke ausgeliehen und zwei verkauft worden.

Ein Teil der Kunst, die in diesem Jahr in der Artothek zur Verfügung gestellt wird, war auch schon früher Teil des Repertoires, ein Teil wurde ausgetauscht, informiert Heer. „Das kommt auch auf den Künstler an“, erklärt sie – also zum Beispiel darauf, ob dieser neue Werke geschaffen hat. Mit dabei ist außerdem nach wie vor auch Kunst, die von den Gewinnern des Bundeskunstpreises für Menschen mit Behinderung angefertigt und von der Stadt gekauft wurde.

Anna Hainmüller beeindruckt an der Vernissage in der Villa Bosch mit Klavierspiel und Gesang.
Anna Hainmüller beeindruckt an der Vernissage in der Villa Bosch mit Klavierspiel und Gesang. | Bild: Marinovic, Laura

Regionale Kunst fördern

In jedem Fall will die Artothek dazu beitragen, regionale Kunst in die Wohnungen und Häuser der Menschen zu bringen. Das betonte auch Erik Hörenberg, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Radolfzell, bei der Vernissage. Damit erfülle die Artothek „eine ganz besondere Aufgabe“ – und das als möglichst niederschwelliges Angebot und für einen übersichtlichen Geldbetrag. Das loben auch teilnehmende Künstler, darunter Martin Maier, dessen Fotografien in der Artothek angeboten werden und der die Artothek auch schon selbst als Kunde nutzte. „Es ist total einfach“, betont er. „Und es ist schön, dass man als Kunde die Kunst wechseln kann.“

Davon profitieren auch die Künstler, wie Mariken van Heugten aus eigener Erfahrung berichtet. Durch das niederschwellige Angebot könnten neue Kunstliebhaber erreicht werden – und die Ausleiher könnten auch erst einmal zuhause ausprobieren, welches Kunstwerk in ihre Wohnung oder ihr Haus passt, wie Sabine Hemming bemerkt. „Es ist eine Win-Win-Situation“, fasst es Thomas Rendler zusammen.“

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